ToBRFV Infoplattform
Hier erhalten Sie aktuelle Informationen zu ToBRFV sowie Werkzeuge, die Sie zum Schutz gegen das Tomatenvirus einsetzen können.

Die Entwicklung von Tomatensorten mit ToBRFV-Resistenz eröffnet nach einigen Jahren erstmals eine Perspektive der Sicherheit für die Tomatenproduzenten. Gleichzeitig wird deutlich, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass resistente Sorten in ihrer Qualität mit den etablierten, nicht-resistenten Sorten mithalten können.
Syngenta legt bei der Züchtung seiner ToBRFV-resistenten Sorten großen Wert darauf, die bewährten Eigenschaften zu erhalten. Ziel ist es Sorten zu entwickeln, die ein Gesamtpaket bieten: Langlebigkeit, Resistenz gegen weitere Krankheiten und Schädlinge, Geschmack, Qualität und natürlich ToBRFV-Resistenz. Nur wenn eine Sorte diese Kriterien erfüllt, kann sie einen echten Mehrwert für den Produzenten und die gesamte Wertschöpfungskette darstellen.
Neue resistente Sorten sind in der Entwicklung
Unsere Züchter sind bestrebt, die bestehende Resistenz in neue Tomatensorten einzukreuzen. Es wird kontinuierlich geforscht, um neue Resistenzmechanismen zu entdecken und den Anbauern fortlaufend neue Optionen anbieten zu können. Denn wir sind uns der Tatsache bewusst, dass Mutationen des Virus beträchtlichen Schaden verursachen können, vor allem in Bezug auf die Ertragsleistung, da sie die Pflanzen schädigen und deren Wachstumsprozesse beeinträchtigen. Die Unberechenbarkeit und Bekämpfung von Viren stellt eine große Herausforderung dar. Deshalb setzen wir alles daran, zeitnah neue Resistenzlösungen zu entwickeln und diese den Produzenten zur Verfügung zu stellen.
ToBRFV-Resistente Sorten
Syngenta bietet derzeit eine Reihe von Tomatensorten mit ToBRFV-Resistenz an, die speziell für den kommerziellen Anbau in beheizten Gewächshäusern entwickelt wurden.
Unsere ToBRFV-resistenten Sorten sind an dem nebenstehenden Logo erkennbar, welches als Zeichen unserer Qualitätszüchtung dient.
Informationen zum Schutz gegen ToBRFV
Halten Sie mit diesen Hygiene- standards Ihr Gewächshaus sauber
Die Übertragung von ToBRFV in andere Gewächshäuser geht sehr schnell und einfach, denn der Virus kann sich über Kleidung, Handys und Arbeitswerkzeuge verbreiten. Durch die konsequente Einhaltung strenger Hygienevorschriften können Produzenten und Besucher die Weiterverbreitung minimieren. Beachten Sie folgende Regeln:
- In ToBRFV betroffenen Gebieten wechseln Sie Kleidung, Schuhe etc. bevor Sie andere Gewächshäuser besuchen.
- Vor dem Betreten desinfizieren Sie gründlich Hände, Schuhe, ggf. Brille und stellen Sie sicher, dass Ihre Kleidung frei von Pflanzenresten ist.
- Vermeiden Sie den Besuch von mehreren Gewächshäusern pro Tag.
- Nehmen Sie keine Tomaten, Paprikas oder sonstiges Pflanzenmaterial von einem Gewächshaus in ein anderes mit.
- Verzichten Sie auf Schmuck, Uhren oder Handys im Gewächshaus.
Das Tomatenbraunflecken-Virus (ToBRFV) ist ein neu entdecktes Virus aus der Gruppe der Tobamoviren, das mit dem Tabakmosaikvirus (TMV) und dem Tomatenmosaikvirus (ToMV) verwandt ist. Es befällt Tomaten und Paprika. Anders als andere Tobamoviren überwindet es das weit verbreitete Resistenzgen TM-2² in Tomaten, das einen Schutz gegen TMV und ToMV bietet. In der öffentlichen Diskussion wird manchmal angenommen, dass die L-Gene der Paprika, die eine Resistenz gegen Tobamoviren bieten, auch gegen ToBRFV wirksam sein könnten. Diese Annahme ist jedoch wissenschaftlich noch nicht bestätigt und könnte dazu führen, dass Paprikapflanzen unbemerkt zu einer Infektionsquelle werden. Die Auswirkungen von ToBRFV auf Paprikakulturen scheinen bisher gering zu sein.
Die Symptome von ToBRFV ähneln anderen Tobamoviren: ein Mosaikmuster auf den Blättern, Verkrüppelung der Blätter, Nekrosen am Stiel, an den Kelchblättern oder Blattstielen und/oder gelbe Flecken auf den Früchten. Ein großes Risiko besteht darin, dass die Symptome mit denen von PepMV oder TSWV verwechselt werden. Es ist daher von großer Bedeutung, dass verdächtige Pflanzen entnommen und von einem akkreditierten Labor untersucht werden.
Eine rasche Ausbreitung des Virus wurde in Israel beobachtet. Im Jahr 2018 wurden Tomatenkulturen in Mexiko, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Italien als infiziert gemeldet. Seitdem hat sich das Virus weiter ausgebreitet, während gleichzeitig Bemühungen zur Eindämmung und Ausrottung unternommen wurden. Deutschland beispielsweise konnte sich durch umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen erfolgreich von ToBRFV befreien.
ToBRFV besitzt derzeit in den USA und der EU den Status einer Quarantänekrankheit, da die Auswirkungen auf die Ernte beträchtlich sein können.