Neue Möglichkeiten dank Kohlhernieresistenz der 2. Generation
20 Jahre nach der Einführung seiner ersten kohlhernieresistenten Kohlarten setzt Syngenta einen weiteren Meilenstein: Als erstes Unternehmen bringt Syngenta Sorten mit Resistenzen der zweiten Generation auf den Markt. Das neue Sortiment umfasst zwei Blumenkohlsorten, darunter Cleowin, die 2027 in Deutschland im Praxisanbau erprobt wird. Weitere Weißkohlsorten befinden sich derzeit in der Prüfung.
Ein Teil unseres neuen Sortiments wird Resistenzen gegen alle vier offiziell anerkannten Pathotypen aufweisen, sagt Pim Neefjes, Global Crop Unit Head für Blattgemüse und Kohlarten.
Kohlhernie verbreitet sich über befallenen Boden, Maschinen und Schuhwerk. Der Erreger kann bis zu 7 Jahre im Boden überdauern. Schätzungen zufolge ist weltweit rund 15 % der Anbauflächen mit Kohlarten betroffen. Besonders problematisch ist die Krankheit in Regionen mit höheren Temperaturen und feuchten Böden.
Die Dauersporen des Erregers keimen im Boden und dringen über die Wurzelhaare in anfällige Pflanzen ein. An den Wurzeln bilden sich charakteristische keulenförmige Verdickungen, die die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen beeinträchtigen. Befallene Pflanzen welken und können absterben. Gleichzeitig setzen die Wucherungen neue Sporen frei, die im Boden verbleiben.
Syngenta arbeitet seit 1987 an der Entwicklung von Kohlhernieresistenzen. Damals startete Peter Tjeertes ein Züchtungsprogramm, aus dem 2005 die ersten kohlhernieresistenten Blumenkohl- und Weißkohlsorten hervorgingen.
Die Sorten der ersten Generation sind gegen drei Pathotypen resistent. Die zweite Generation bietet zusätzlich Schutz gegen Pb:2 und deckt damit alle vier bekannten Pathotypen ab. Gegen die am häufigsten vorkommenden Isolate Pb:0, Pb:1 und Pb:3 sind beide Generationen resistent.
Gutes Anbaumanagement bleibt unverzichtbar
Resistente Sorten können dazu beitragen, Erträge zu sichern. Auf Flächen, die mit Kohlhernie belastet sind, kommt es jedoch weiterhin auf eine sorgfältige Anbaupraxis an.
Unsere Sorten sind besonders interessant für Anbauer, deren Flächen von Kohlhernie betroffen sind. Entscheidend ist aber, weiterhin auf gute agronomische Maßnahmen zu achten. Für standortspezifische Empfehlungen wenden Sie sich bitte an Ihre Syngenta-Ansprechpartner vor Ort, sagt Neefjes.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen ein hoher pH-Wert des Bodens, eine gute Drainage und eine durchdachte Fruchtfolge. Da der Erreger bis zu 7 Jahre im Boden überdauern kann, sollten Kohlarten möglichst über einen längeren Zeitraum nicht auf derselben Fläche angebaut werden. Bestimmte Köderpflanzen oder Gräser können die Dauersporen zur Keimung anregen, ohne dass sich der Erreger in ihnen vermehren kann.
Neben der Kohlhernieresistenz arbeiten Syngentas Züchter daran, mehrere Resistenzen gegen pilzliche Blattkrankheiten in einer Sorte zu kombinieren. Dazu gehören Weißkohl- und Wirsingsorten mit kombinierter Resistenz gegen Mycosphaerella, Weißrost und Kohlhernie.
Hinweise: Die Kohlhernieresistenz der ersten Generation von Syngenta wirkt gegen die Rassen Pb:0 und Pb:1 sowie gegen die weniger häufige Rasse Pb:3. Die Sorten der zweiten Generation bieten zusätzlich Schutz gegen Pb:2. Welche Resistenzen für eine bestimmte Sorte gelten, entnehmen Sie bitte den jeweiligen Sortenspezifikationen. Genetische Resistenz ist nur ein Baustein im Umgang mit Kohlhernie. Ein integriertes Management umfasst auch Maßnahmen wie das Aufkalken des Bodens, den Einsatz kalziumreicher Dünger, eine gute Drainage und konsequente Feldhygiene. Vor dem kommerziellen Anbau einer neuen Sorte empfehlen wir, zunächst Sortenversuche auf kleiner Fläche durchzuführen.